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Tag 3
26.4.
World-Café
14:45
Studio 2
Resonanzen,
postmigrantisch

Im World Café der TransTraditionale treffen Perspektiven aus Musik, Wissenschaft und Gesellschaft direkt aufeinander. In kleinen Tischgesprächen entstehen Diskussionen nahbar, direkt und auf Augenhöhe – begleitet durch Tisch-Gastgeber:innen, die mit dem Publikum bei Tee und Kaffee gemeinsam fragen:

Welche Rolle spielt Musik dabei, das Postmigrantische erfahrbar zu machen?

Sollten Musik und das Politische zusammenhängen?

Welche musikalischen Räume ermöglicht eine postmigrantische Gesellschaft – und welche braucht sie?

Welches Potenzial liegt in trans-traditionellen und transkulturellen Musikformen und welche neuen Formen von Öffentlichkeit entstehen durch sie?

Entlang dieser Themen entfaltet das World Café einen Raum für Austausch und Perspektivwechsel: Offen. Unfertig. In Resonanz.

Tisch-Gastgeber:innen

  • Nikita Dhawan • Professorin für Politikwissenschaft an der TU Dresden
  • Korhan Erel • Elektronik-Musiker*in, Komponist*in und Klangkünstler*in
  • Kian Jazdi • Künstlerischer Co-Leiter beim Liedstadt Festival
  • Rabih Lahoud • Sänger und Komponist bei Masaa
  • Nazanin Noori • Interdisziplinäre Künstlerin und freie Regisseurin am Maxim Gorki Theater
  • Erol Yıldız • Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck

NIKITA Dhawan

Nikita Dhawan ist seit 2021 Inhaberin der Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Dresden. Dhawans Forschungs- und Interessenschwerpunkte liegen in den Bereichen der Globalen Gerechtigkeit, der Menschenrechte sowie der Demokratie und Dekolonisierung. Ein zentraler Fokus ihrer Forschung und Lehre liegt auf den historischen, ökonomischen, sozio-politischen und kulturellen Verflechtungen zwischen Europa und der postkolonialen Welt. Ihre Arbeit analysiert das ambivalente Erbe der Europäischen Aufklärung für die postkoloniale Welt und sucht einer alternativen postkolonial-queer-feministischen Ideengeschichte von Schlüsselkonzepten nachzugehen. Ihre Interessen liegen dabei sowohl auf der lokalen wie auf der globalen Ebene. In ihrer Forschung befragt sie unter anderem Normen wie „Gleichheit“, „Emanzipation“ und „Freiheit“ und widmet sich dabei der Frage, inwiefern diese Konzepte im Sinne marginalisierter Kollektive und Gruppen mobilisiert werden können oder ob sie nicht im Gegenteil, die traditionellen Herrschaftsdynamiken zwischen denen, die als Gebende von Gerechtigkeit und Rechten (Länder des globalen Nordens) und denen, die als Empfangende konstituiert werden (Länder des globalen Südens), stabilisieren.

KORHAN EREL

Korhan Erel ist eine non-binary Elektronik-Musiker*in, Komponist*in und Klangkünstler*in in Berlin. Erel spielt elektronische Instrumente, komponiert und gestaltet Sounds für Tanz, Theater und Video. Konkret nutzt Erel Elektronik als Instrument und Werkzeug für Komposition und Klangdesign, das Feldaufnahmen, gefundene Klänge, Synthesizers und andere Sounds zusammenführt, um diese in Instrumente für Improvisation und komponierte Musik zu verwandeln. Mit dem 2019 gegründeten Kammerensemble Ephemeral Fragments mit Florian Walter und Emily Wittbrodt spielte Erel zahlreiche Konzerte und veröffentlichte zuletzt das Album “mit Gefühl”. Weitere Projekte sind das Synth-Duo Only With You mit Elektronik-Musiker Eliad Wagner, das Piano-Elektronik Duo Lâkin mit Klavierspielerin Neslihan Schmidt und das Ambientmusik-Performance-Duo Paralogues mit Tuçe Erel. Erel komponiert zudem Auftragswerke wie u.a. „Soundtracking“ (2021) und „Losing Track in Four Movements“ (2023) für das elektronische Musik-Trio Lange//Berweck//Lorenz sowie das Stück „Constraint Release“ (2025) für das Vokalensemble Trio Generator. Neben diesen komponierte Erel die Musik und die Klänge für die Tanzstücke „Pavane” (Tanztage Berlin 2019) und „How to Get Rid of a Body” (2019) von Léonard Engel. In Zusammenarbeit mit Ayşe Cansu Tanrıkulu komponierte Erel die Musik und den Klang für das Theaterstück „Krampus“ am Maxim Gorki Theater. Erel spielt auch in Kunsträumen und bei Vernissagen und arbeitet mit visuellen Künstler*innen zusammen, wie u.a. an der City University of Hong Kong (2026), am Goethe-Institut Bulgarien (2025) auf den Biennalen von Istanbul (2013) und Riga (2018), in der Villa Romana (2018) sowie am MAK Wien (2010 und 2013), in der Zilberman Gallery (2018), im 1a Space in Hong Kong (2019) und am Zentrum für Verfolgte Künste (2020). In diesem Kontext hat Erel verschiedene Sound-Art Werke bei Ausstellungen in der Türkei (2013, 2015), Hong Kong (2019) und Deutschland (2020, 2021) gezeigt. 2019 hat Erel das Stück „Nervous Entanglement“ mit dem visuellen Künstler Malte Jehmlich entwickelt und auf dem Moers Festival vorgestellt. Die Zusammenarbeit „The Threshold“ (2012) mit Videokünstler Fabian Astore hat den australischen Blake Prize gewonnen. Erel hat zahlreiche Konzerte in Europa, Nahost, Fernost und Nordamerika gespielt und zwölf Alben in Kollaboration mit Musiker*innen und Gruppen sowie zwei Solo-Alben bei Plattenlabels wie ECM Records, FMR und Evil Rabbit Records veröffentlicht.

Kian Jazdi

Kian Jazdi ist Musiker und Projektentwickler und lebt in Hamburg. Er hat sich darauf spezialisiert, professionelle und nicht-professionelle Künstler:innen in interdisziplinären Projekten zu verbinden und setzt dies in groß angelegten Bühnenproduktionen um. Seine Projekte sollen neugierig machen, suchen nach transkulturellen Schnittstellen und bringen Menschen zusammen – mit unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Hintergründen, Altersgruppen und Geschlechtern. Repräsentationsfragen auf, vor und neben der Bühne beschäftigen ihn in seiner Projektarbeit. Gemeinsam mit Julian Prégardien und Catherine Pisaroni ist er künstlerischer Co-Leiter und Mitgründer des Liedstadt Festivals Hamburg.

Rabih Lahoud

Rabih Lahoud ist Sänger der Jazzband Masaa, mit der er fünf Alben veröffentlichte, und Mitglied der Band um Markus Stockhausen Eternal Voyage. Als Solist war er außerdem in zahlreichen Produktionen und Festivals involviert, u.a. bei den Händel Festspielen in Halle (2012), dem „düsseldorf Festival!“ (2015, 2022), dem Rheingau-Festival (2019) und dem Elbjazz (2021). Mit Stockhausen führte er im März 2013 dessen Uraufführung „Das erwachende Herz“ als Solist mit den Hamburger Symphonikern unter großer Anerkennung in Hamburg auf. 2015 war er Solist in der Uraufführung von “Search For Buddha” (Sandesh Shandilya) zusammen mit dem WDR Rundfunkchor und dem WDR Funkhausorchester Köln. 2016 und 2019 führte er, u.a. mit dem Gürzenichorchester Köln und dem Tonhallenorchester Düsseldorf Leonard Bernsteins “Mass” in der Kölner Philharmonie und der Tonhalle Düsseldorf auf. Das WDR Rundfunkorchester lud ihn 2019 als Solist für das Projekt „Symphonic Woodstock“ ein. 2022 trat er zusammen mit Kris Davis und Zoh Amba im Rahmen der Monheim Triennale auf. Lahoud ist auch einer der gefragtesten Gesangsdozenten Deutschlands und coacht zahlreiche Chöre und Ensembles. Er arbeitet zudem als Komponist. 2011 wurde sein Werk „Joseph Lamento“ durch den Chor des Bach-Vereins und dem Ensemble Concerto con anima in der Kölner Philharmonie uraufgeführt. 2015 wirkte er als Komponist und Sänger in der 6. Stadtteiloper mit der deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit. In Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern und dem Pianisten Florian Weber wirkte er 2021 an einer Performance im Rahmen des Festivals „This is not Lebanon“ mit. Er dozierte an der Hochschule für Musik Carl-Maria-von-Weber in Dresden, der Popakademie Mannheim und war Gastprofessor für Jazzgesang am Jazzinstitut Berlin. Auszeichnungen umfassen den WDR-Jazzpreis-Gewinner und den Deutschen Jazzpreis.

NAZANIN NOORI

Nazanin Nooris interdisziplinäre Arbeit umfasst Installation, Klangkunst, Komposition, Live- und Lecture-Performance, Regie und Text. Mit einem Bildungshintergrund in Theater-, Film- und Medienwissenschaften thematisiert Noori die Verschmelzung von Klang, Raum, Skulptur und postdramatischer Poesie und untersucht sowohl religiöse als auch mediale Machtordnungen daraufhin, wie diese Erfahrungen von Spiritualität, Protest und kollektiver Wahrheit vereinnahmen oder verzerren. Ihre hypnoakustischen Kompositionen formen eine Klangästhetik, für die sie den Begriff AMBIENT HARDCORE geprägt hat. Ihre Kunstwerke waren im EIGEN + ART Lab, in Auto Italia, in der Akademie der Künste, CCA Berlin, M Leuven, Haus der Kulturen der Welt, Eye Filmmuseum und als Teil der Transmediale zu sehen. Ihre Performances wurden unter anderem im Martin-Gropius-Bau, in der Villa Massimo, im Berghain, in der Schirn Kunsthalle, im Schauspielhaus Zürich, La Gaîté Lyrique, als Teil von CTM und am ICA London aufgeführt. Sie war Artist-in-Residence an der Jungen Akademie der Künste, Rupert und Callie’s. Diverse ihrer Theaterarbeiten wurden am Maxim Gorki Theater, Deutschen Theater und Berliner Ensemble aufgeführt. 2026 wurde Nazanin Noori mit dem ars viva-Preis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

Erol Yıldız

Prof. Dr. Erol Yıldız lehrt im Bereich der Bildungswissenschaften an der Universität Innsbruck. Er ist Leiter des Forschungszentrums für Migration & Globalisierung in Innsbruck. Seine Schwerpunkte sind Migration, postmigrantische Studien sowie Stadt und Urbanität. Yıldız, Jahrgang 1960, geboren und aufgewachsen in Samsun/Türkei, zog es nach dem Abitur nach Köln, wo er sein Studium der Pädagogik, Soziologie und Psychologie an der Universität zu Köln begann und schließlich im Jahr 1996 im Fach Soziologie zum Thema Halbierte Gesellschaft der Postmoderne: Probleme des Minderheitendiskurses unter Berücksichtigung alternativer Ansätze in den Niederlanden promovierte. Während seines Studiums arbeitete Yıldız als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln, wo er von 1996 bis 1999 am Projekt ,Städtischer Multikulturalismus am Beispiel Köln-Ehrenfeld‘, welches von der Volkswagen-Stiftung finanziert wurde, mitwirkte. Von 1999 bis 2005 wurde er zum wissenschaftlichen Assistenten an der Universität zu Köln berufen und habilitierte sich 2005 schließlich im Fach Soziologie zum Thema Leben in der kosmopolitanen Moderne: Die Öffnung der Orte zur Welt. Neben Vertretungsprofessuren an der Universität zu Hamburg und Luxemburg war Yıldız am Lehrstuhl für Migration und Interkulturelle Bildung an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in der Abteilung für Interkulturelle Bildung tätig. Yıldız veröffentlichte zahlreiche Publikationen zum Thema Migration und Urbanität. Seine aktuellste Publikation trägt den Titel „Postmigrantisch denken: Heimisch in einer globalisierten Gesellschaft“ (2025).

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