
Die Studio-Konzerte der TransTraditionale sind Laborräume für neue musikalische Begegnungen. Sie stellen die Magie und Poesie der improvisierten Musik in den Mittelpunkt: Sie verschwindet in dem Moment, in dem sie entsteht. Musiker:innen, die sonst in ganz unterschiedlichen Ensembles und Kontexten arbeiten, kommen hier erstmals und einmalig zusammen. 60 Minuten erklingt Musik, die noch nicht feststeht: mit kollektivem Dirigat, grafischen Partituren, Text Scores und offenen musikalischen Versuchsanordnungen. Das Publikum ist Teil dieses Prozesses – als konzentrierte Zuhörer:innen und Gesprächspartner:innen auf Augenhöhe. Was hier geschieht, ist nicht reproduzierbar. Jede Konstellation, jede Entscheidung, jeder Klang existiert nur im Jetzt.
Im zweiten Studio erkundet der Schriftsteller und Vocal Performer Fiston Mwanza Mujila mit einem einmaligen Line-up spontane Verbindungen zwischen Improvisation, Lyrik und trans-traditionellen Klang-/Sprachen.
Ein Raum für Risiko, Nähe und das gemeinsame Finden von Musik – mit ungewissem Ausgang!
KOLLEKTIV
- Fiston Mwanza Mujila • Vocals
- Naoko Kikuchi • Koto
- Li-chin Li • Sheng
- Julia Biłat • Cello
- Grgur Savić • Saxophon
- Antonis Anissegos • Klavier
- Nick Dunston • Kontrabass
Fiston Mwanza Mujila
Fiston Mwanza Mujila ist Dichter, Schriftsteller und Vermittler aus Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo, und lebt seit 2009 in Graz, Österreich. Seine Texte umfassen Lyrik, Prosa und Theaterstücke, die er häufig in enger Zusammenarbeit mit Musiker*innen zu literarisch-musikalischen Performances verschmelzen lässt.
Bekannt wurde er durch das Langgedicht Le Fleuve dans le Ventre / Der Fluss im Bauch (2014), das den Kongofluss thematisiert und als wiederkehrendes Motiv seine Arbeit prägt. Seinen literarischen Durchbruch erzielte er mit dem Roman Tram 83 (2014), der mehrfach übersetzt wurde und mit dem Grand Prix du Premier Roman, dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt sowie einer Nominierung für den Man Booker International Prize ausgezeichnet wurde. Sein zweiter Roman La Danse du Vilain erschien 2021 im französischen Original.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet er afrikanische Literatur an der Universität Graz und kuratiert diverse künstlerische Projekte. Seine Arbeit verbindet literarische Tiefe mit performativer Kraft und schafft Räume, in denen Sprache, Musik und Bewegung aufeinandertreffen.