
Die Musik des AsianArt Ensembles bewegt sich jenseits der bekannten Strömungen der Neuen Musik oder engeren Musiktraditionen. Vielmehr öffnen die Programme neue Klangräume, in denen asiatische und europäische Ästhetiken verschmelzen und improvisatorische Freiheit sowie virtuoses Können der Musiker:innen hörbar werden.
Dabei ist das Ensemble auf neu komponierte Werke angewiesen, da kaum Repertoire existiert, das diese einzigartige Besetzung berücksichtigt. Hier legt es besonderen Wert auf die Eigenheiten der asiatischen Instrumente und ihre musikalischen Herkünfte, um neue kompositorische Ansätze zu entwickeln.
Die politische Dimension der Besetzung ist bemerkenswert: In China, Japan und Korea existieren historisch teils nationalistisch gefärbte Spannungen, die eine derartige Zusammenarbeit dort unmöglich machen würden. Berlin bietet dem Ensemble daher einen Raum für transkulturelle Begegnung und Verwandlung.
Ein echtes Berliner Ensemble also!
PROGRAMM
IRGENDWO ZWISCHEN BERLIN UND SEOUL
Musik aus der Wirklichkeit des Lebens
IRGEND
(Komp. Il-Ryun Chung, 2016/26)
Verstreute Melodien: Gayageum Sanjo
(AsianArt Ensemble, Komponieren im Moment)
SHIM
(Komp. Il-Ryun Chung, 2011/26)
BESETZUNG
- Hong Yoo • Daegeum
- Youjin Sung • Gayageum
- Matthias Leupold • Violine
- Wolfgang Bender • Violine
- Chang-Yun Yoo • Viola
- Uschik Choi • Violoncello
- Adam Weisman • Schlagzeug
- Il-Ryun Chung • Janggu & Leitung
ASIANART ENSEMBLE
Das AsianArt Ensemble wurde 2007 initiiert und 2009 in seiner heutigen Form gegründet. Das Ensemble vereint Instrumente aus China, Japan und Korea mit europäischen Streichinstrumenten und gilt als einzigartig in der internationalen Musiklandschaft. So schrieb Helmut Rohm in seiner Laudatio zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik: „Ein aus Stücken fernöstlicher und deutscher Provenienz bezwingend komponiertes Programm! Den Musiker:innen des AsianArt Ensembles glückt es, eine Kultur des Zusammenspiels zu entwickeln, die staunen macht. Während sie Intonationsweisen, Kolorit und rhythmische Energien in einem Klangfluss vereinen, möchte man als Hörer:in mitunter glauben, Zeit und Raum spielten keine Rolle mehr.“
Für seine erste CD asianart ensemble (Celestial Harmonies, 2012) erhielt es den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Seitdem wächst die Aufmerksamkeit für das Ensemble stetig. 2017 konnte es durch die Förderung des Hauptstadtkulturfonds und des Goethe-Instituts das internationale Festival für aktuelle interkulturelle Musik TURBULENZEN im Radialsystem realisieren. In der Konzertreihe focused im Konzerthaus Berlin präsentiert das Ensemble seit 2013 neue Werke für unterschiedliche Besetzungen, und seit 2019 veranstaltet es den International Composers Workshop, um neue Kompositionen für seine spezifische Instrumentierung zu befördern.