
Die Studio-Konzerte der TransTraditionale sind Laborräume für neue musikalische Begegnungen. Sie stellen die Magie und Poesie der improvisierten Musik in den Mittelpunkt: Sie verschwindet in dem Moment, in dem sie entsteht. Musiker:innen, die sonst in ganz unterschiedlichen Ensembles und Kontexten arbeiten, kommen hier erstmals und einmalig zusammen. 60 Minuten erklingt Musik, die noch nicht feststeht: mit kollektivem Dirigat, grafischen Partituren, Text Scores und offenen musikalischen Versuchsanordnungen. Das Publikum ist Teil dieses Prozesses – als konzentrierte Zuhörer:innen und Gesprächspartner:innen auf Augenhöhe. Was hier geschieht, ist nicht reproduzierbar. Jede Konstellation, jede Entscheidung, jeder Klang existiert nur im Jetzt.
Im dritten Studio erkundet der Claviton-Virtuose Amir Ahmadi mit einem einmaligen Line-up Resonanzen zwischen Improvisation, Mikrotönen und Instrumenten, die sich noch nie zuvor begegnet sind.
Ein Raum für Risiko, Nähe und das gemeinsame Finden von Musik – mit ungewissem Ausgang!
Amir Ahmadis Teilnahme wird durch die Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) ermöglicht.
BESETZUNG
- Amir Ahmadi • Claviton
- Lina Allemano • Trompete
- Gégoire Simon • Viola
- Mahan Mirarab • Gitarre
- Hong Yoo • Daegeum
- Julia Biłat • Cello
- Bassem Alkhouri • Kanun
Amir Ahmadi
Amir ist Komponist und Pianist mit Wurzeln im Iran und Arbeitsmittelpunkt in Wien. In seiner Musik verbindet er zeitgenössische klassische Einflüsse, Jazz und traditionelle Klangwelten zu einer persönlichen, forschenden Klangsprache.
Ein zentrales Element seines künstlerischen Schaffens ist die Auseinandersetzung mit Mikrotonalität. Mit dem Claviton – einer mikrotonalen Tastatur mit 31 Tönen pro Oktave – integriert Amir auf Maqam- und Dastgah-Traditionen basierende Stimmungssysteme in seine Kompositionen, unter anderem in seinem Trio Terrea. Dabei entstehen Musikformen, die zwischen historisch gewachsenen Tonsystemen und zeitgenössischer Komposition vermitteln.
Amir studierte zeitgenössische Komposition und Jazzklavier an der Anton Bruckner Privatuniversität und teilt sein Wissen über Mikrotönalität regelmäßig auf internationalen Symposien. Für seine innovativen Arbeiten erhielt er unter anderem das Startstipendium 2022 und das Staatsstipendium 2024 für Komposition des österreichischen Kulturministeriums.
Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist Amir als Pianist aktiv und arbeitet mit Ensembles wie Kurdophone, mit denen er europaweit auftritt. Zudem ist er Mitbegründer von Studio Fugu (PUC), einer Plattform für interdisziplinäre künstlerische Zusammenarbeit.