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Day 3
26.4.
Premiere
19:20
Halle
TRICKSTER ORCHESTRA
Amen Feizabadi

Die Herabwürdigung von Migration, komplexen Biografien und die steigende Bedrohung der pluralen, offenen Gesellschaft zeigen sich drastisch und bedrohlich vor un- seren Augen. Perspektiven von People of Color und von Menschen, deren Familien oder die selbst eingewandert sind, fehlen im öffentlichen Diskurs häufig in eklatan- ter Weise, obwohl ihre Repräsentation und ihre Präsenz dringend nötig und seit Jahrzehnten möglich sind. Das Trickster Orchestra spielt als Reaktion auf diese Zustän- de und Leerstellen die Uraufführung des Werks UNSETT- LING SOUNDS. Das Berliner Ensemble entwickelt dazu neue kollektive Improvisationskonzepte und untersucht trans-traditionellen Klang als Möglichkeiten, emotiona- len Zuständen von Verunsicherung, empfundener Bedro- hung und Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen. Dabei steht im Zentrum, welche Klang- und Raumformen sich mit Empfindungen von Verunsicherung verbinden lassen: Welche Klangsprache kann anhaltender Gewalt und er- fahrener Entmenschlichung Gehör verschaffen? Über glo- bale Instrumentierung, aktuelle Lyrik und transkulturellen Sprach- und Klangfarbenreichtum markiert das jüngst in die „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ auf- genommene Trickster Orchestra die Bedrohungslagen für postmigrantisches, vielfältiges Leben und multiper- spektivisches Denken in Deutschland. Die Inszenierung in der AEG-Industriehalle in Oberschöneweide reduziert Möglichkeiten, Halt zu finden und Schallquellen zu orten: Akustische Perspektivwechsel, Bewegung und die Befra- gung des Verhältnisses zwischen Musiker:innen und Zu- hörer:innen desorientieren und öffnen den Hörraum. UN- SETTLING SOUNDS entwickelt anhand des Paradigmas der Verunsicherung akustische Formen, die Neue Musik mit einem aktiven Zugriff auf gesellschaftliche Zustände verbindet und formuliert so eine musikalische Interven- tion, die dazu anregt, postmigrantischem Leben Gehör, Präsenz und Anerkennung zu verschaffen.

KURZ-BIO

Amen Feizabadi ist ein multidisziplinärer Komponist, Filmemacher und Performer, dessen künstlerisches Schaffen hybride Musiktheaterstücke, filmische Arbeiten und Orchesterkompositionen umfasst. In seinen Werken übersetzt er fiktive und kollektive Geschichten in akustische, cineastische und musiktheatralische Formen. Dabei entwickelt er ein kontinuierliches Dreieck aus Musik/Sound, Bild und Text, mit dem Ziel, innovative Erzählmuster zu schaffen – eine Art hetero-polyphone Narration. Amen Feizabadi lebt und arbeitet zwischen Berlin und Teheran. Für die TransTraditionale komponiert er ein neues Werk, das seine interdisziplinäre Arbeitsweise in einem einzigartigen musikalischen Kontext präsentiert.

https://amenfeizabadi.com/


Das Trickster Orchestra vereint herausragende Solistinnen in einem postmigrantischen Ensemble der zeitgenös- sischen Musik. Unter der Leitung von Cymin Samawatie und Ketan Bhatti verbindet das Orchester Instrumente di- verser globaler Musiktraditionen zu einer gemeinsamen, trans-traditionellen Musiksprache. Mit ihrem besonderen Wissen und dem r/evolutionären Klang des Ensembles schmieden die Mitglieder des Trickster Orchestra neue Welten und stören dabei zwangsläufig überkommene Grenzziehungen und Ordnungen. Das Ensemble vereint dazu einige der weltweit virtuosesten Solistinnen und deren faszinierende Bandbreite von Instrumenten, die aus diversen Kulturen sorgfältig ausgewählt worden sind, in einem Klangkörper zwischen Improvisation und Kom- position. Die musikalische Bandbreite der Musiker*innen reicht von vielfältigen internationalen (Kunst-)Musiktra- ditionen, über Jazz und Improvisation bis zur elektroni- schen und Neuen Musik. Auf diesem Weg übersetzt das Trickster Orchestra als international strahlender Klang- körper wegweisend den durch Migration entstandenen kulturellen Reichtum Deutschlands in eine Multiplikation der musikalischen Perspektiven, der künstlerischen Mög- lichkeiten und des kreativen Ausdrucks. 2021 erschien das Debüt-Album beim Label ECM Records. 2022 gewann das Orchester den Deutschen Jazzpreis und den Hambur- ger Klassikpreis TONALi in der Kategorie „Mut zur Uto- pie“. 2024 würdigte die deutsche Bundesregierung das Ensemble durch Aufnahme in die „Exzellente Orchester- landschaft Deutschland“. 2025 erhielt das Orchester den

tricksterorchestra.de

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